Der ewige Kampf der Geschlechter

Bereits zu Beginn des diesjährigen Theaterstücks "Club der Pantoffelhelden" erkennt der Zuschauer bei den Klängen des Liedes „das bisschen Haushalt“ und dem Auftritt eines gestandenen Mannes mit Küchenschürze, um was sich der kommende Abend drehen wird. Der Pantoffelheld Willi Hubbele, gespielt von Thomas Wittmann, ist seiner Frau Ella, gespielt von Sonja Fuchs, Untertan und erledigt alle Aufgaben, die ihm seine Frau aufträgt.

Sobald jedoch die Frau zu ihren Freundinnen in das Café gegangen ist, kommt ihm sofort ein frecher Spruch über die Lippen. Seine Freunde sind nicht besser dran, kämpfen ebenfalls mit den Erwartungen ihrer Ehefrauen, der neugierigen Nachbarinnen und einer Barbekanntschaft, die als „blondes Gift“ die Männer aus dem Alltag herauszureißen droht. Unterstützung kommt vom einzigen Junggesellen im Freundeskreis, der das Selbstvertrauen der Männer zu stärken versucht. Am Ende bringt nur die Androhung, zur Fremdenlegion zu gehen, die Ehefrauen zur Besinnung.

Mit viel Herzblut und einem Lächeln im Gesicht zelebrieren die Laienspieler Waldensberg den Kampf Mann gegen Frau mit vielen lustigen Sprüchen, körperlichem und stimmlichem Einsatz und Mut zu schiefen Tönen. Dabei werden kleine Missgeschick und Tücken der Technik charmant und mit einem Funkeln im Auge bewältigt, während das Publikum noch herzlich über die vielen Spitzen gegen das „andere“ Geschlecht lacht. Denn Willi weiß, man soll eine Frau nicht unterbrechen, wenn sie einmal schweigt. Seine Frau ist sich hingegen sicher, dass Männer nur auf Frauen in Lederkleidung stehen, weil diese wie ein neues Auto riechen.

Und wenn sich am Ende des Abends, trotz vieler Witze über Männer und Frauen, die Ehepaare wieder versöhnen, sind sich auch bei den Zuschauern beide Geschlechter einig: ein Besuch bei den Laienspielen Waldensberg lohnt sich auf jeden Fall. Dies zeigt sich auch in den drei ausverkauften Aufführungen, die dieses Jahr in Waldensberg und Wittgenborn stattgefunden haben. Neben den Schauspielern sind hierbei auch die Menschen im Hintergrund zu nennen, die in Regie, Technik und Ausstattung die Komödie von Hans Schimmel zum Leben erweckten und den Abend zu einem Erfolg machten.